Bin auf dem See...

Aktualisiert: 24. Juli 2021



Mein Lieblingssatz im Sommer geht so:

„Sorry, bin nicht da, bin auf dem See!“ Ich warte immer förmlich darauf, dass mich jemand fragt, was ich am Wochenende so vorhabe, damit ich diesen schönen Satz mit dem See sagen kann. Dann suche ich ganz beiläufig in meinem Handy nach Fotos und zeige allen meinen Zweitwohnsitz: 6 Quadratmeter Wohnfläche aus Aluminium. Genug Platz für etwas Sonnencreme, wilde Gedanken und ein Luganachen am helllichten Tag. Als ich neulich so über das Wasser schaukelte, wischte ich mir mitten auf dem See heimlich eine Träne weg. Ich war einfach so bekloppt glücklich - ich auf meinem Fischerboot, ganz weit draußen, die glücklichste Frau unter der Sonne, mit nichts dabei außer Luft und Liebe.


Es war Juli, die Sonne stand am Himmel, wir hielten tapfer unsere Stirn in den Wind, und niemand jammerte. Weder über die Hitze, noch über die Krise. Sogar der See tat so, als wäre nichts gewesen, jede Welle glitzerte, auf allem lag Magie, die Welt hielt einfach mal die Klappe. Da dachte ich mir: Das ist es! Freiheit! Nichts, was das Auge stört, nur Himmel und Wellen, der Wind, der dir alle negativen Gedanken aus dem Kopf pustet, der algige Geruch von Frieden, diese Weite, dieses wunderschöne Gefühl, mutterseelenalleine zu sein, dort, wo niemand deinen Namen rufen kann und es keine Probleme gibt.


Ich warne euch lieber gleich vor...

... dieser Absatz wird ein Abschiedsbrief. Ein leises Adieu an meine Plätze, die mich in den letzten Monaten (oder waren es Jahre?) aufgefangen und getröstet haben, als die Welt im Koma lag. An all meine Parkbänke und Kirchplatzstufen, auf denen ich mir mit einem Espresso to go den Hintern abfror, die Kirschbäume in der Starnberger Maximilianstraße, an denen ich lehnte, die Uferpromenade am Nordbad in Tutzing, über die ich morgens lief, während die Sonne und mein Herz aufgingen, der Pavillon im Hotelpark des The Starnbergsee Hideaways, in den ich mich heimlich schlich, wenn die Sehnsucht zu groß wurde. Ich weiß schon, ich weiß, ich muss lernen loszulassen. Loslassen, loslassen, loslassen. Jetzt, wo sich die Menschen wieder in den Restaurants zuprosten und es wieder Kaffee aus Porzellantassen gibt.

Ging mir das nur so, war ich die Einzige, die nur sehr langsam aus ihrem Winterschlaf erwachte? Plötzlich war die Krise vorbei, die Zeit mit mir alleine, die Stille, die Einfachheit, meine Wege, meine schönen Rituale, die ich mir geschaffen hatte in vierzehn Monaten. Ich traue es mich gar nicht zu sagen, aber ich hätte noch ewig so weitermachen können. Neulich bestellte ich einen Espresso im Café Seeliebe in Ambach, und als mir Catherina einen hübschen Platz in ihrem Garten zuwies, rief ich fast ein bisschen empört: „Nein, ich bin noch nicht so weit!“ Lieber jonglierte ich meinen Kaffeebecher demonstrativ auf die andere Straßenseite und ließ mir vor Stolz beinahe von einem Traktor über die Füße fahren. Ich mag meine improvisierten Stammplätze, sie sind mir ans Herz gewachsen. Ich fühle mich einfach gut dabei, im Stehen ein Fischbrötchen zu verdrücken. Und ein bisschen cool.

Hätte ich sonst all die hübschen Picknickplätze entdeckt?

Die kleine Kapelle am Luigenkamer Weg hoch über Ambach zum Beispiel. Hier saß ich so oft auf der kleinen Holzbank, stopfte mir Gürkchen in den Mund und guckte über Wiesen, Weiden und den See, bis ich nicht mehr wusste, wo oben und unten ist.

Oder der Ammerlander Gemeindestrand. Ein Ort, den ich besser geheim gehalten hätte (die Einheimischen werden mich töten, wenn sie das lesen!). Aber wie das nun mal so ist, wenn man sich verknallt hat, man muss es sofort allen erzählen: seinem Friseur, Wildfremden, dem Apotheker. Versteckt hinter einem Gartentor, direkt zwischen Ammerlander Fischhalle und Fischerei Sebald, liegt mein Paradies unter Laubbäumen. Hierher radle ich oft mit wehendem Haar, kaufe eine Fischsemmel, setze mir einen Hut auf und fühle mich gleich ein bisschen wie Brigitte Bardot. Liegt vielleicht auch daran, dass sich nebenan das Ammerlander Schloss befindet, in dem Madame Andrea lebt, die alle nur die Baronin nennen. Manchmal sieht man sie in langen weißen Kleidern und Panamahut auf ihrem Holzkahn zum Nordbad übersetzen, Paolo Conte scheppert über die Wellen und für einen Augenblick hat man das verstörende Gefühl, in Portofino, Saint-Tropez oder, na gut, am schicken Ostufer des Starnberger Sees gelandet zu sein.


Ich weiß schon, was jetzt alle denken.

Na, die Bloggerin des The Starnbergsee Hideaways hat wohl auch nichts Wichtigeres zu tun als den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Stimmt. Wenn ich nicht gerade an meinem Blog schreibe, hänge ich am See rum und träume von Scones zur Teatime im Hideaway. Super Job, oder? Nur manchmal, also immer dann, wenn mich eine seltsame innere Unruhe packt, schüttle ich mich dreimal und mache mich an die Arbeit.

Wie neulich, als ich das Hochzeitsspecial auf dem Instagram-Account des Hotels entdeckte und mich beinahe täglich durch die Glücksmomente fremder Liebespaare klickte. Manchmal wurde ich wehmütig, manchmal traurig, manchmal wütend. Weil, naja, ich dachte die ganze Zeit nur: Warum, verdammte Hacke, plane eigentlich ich kein opulentes Hochzeitsfest? Als ich dann auch noch las, dass Lily Collins aus „Emily in Paris“ in diesem Jahr heiraten will, war ich nicht mehr zu stoppen. Ich fuhr noch am selben Tag in meinem Yeti nach Holzhausen, tanzte mit meiner Handykamera um die St. Johann Kirche herum, die schönste Kirche auf der ganzen Welt, hoch oben über dem Starnberger See und inmitten von Kuhweiden und Butterblumenfeldern, und sah es schon genau vor mir: Ich mit Blumenkranz im Haar, selig lächelnd und um uns herum unsere 657 allerbesten Freunde. Wir würden uns im Hotelpark unter Sonne, Mond und Sternen küssen, bei jeder Rede in Tränen ausbrechen, barfuß auf Tischen tanzen und all die Dramen in unseren Herzen mit einem großen Schluck Champagner runterschlucken. Hoffentlich liest mein Boyfriend das…


So, und jetzt ziehen wir uns alle hübsche Anziehsachen an,

holen tief Luft und rasen mit wehenden Fahnen zu unserem ersten Date im, tadaaa: Popup Lido! Seit dem ein paar Wochen hat die frühere legendäre Strandbar am Ufer des The Starnbergsee Hideaways wieder geöffnet, was mich dazu veranlasste, mein Schneckenhaus zu verlassen und einen Nachmittag am Südufer klarzumachen inklusive 30 Grad, einer ruhigen See und sehr viel innerem Leuchten. Ich wählte ein Kleid wie eine Wolke, etwas Zartes, das weiße von Mes Demoiselles, das ich vor fünf Jahren bei Chez Uli im Werkstattladen in Seeshaupt kaufte, weil Mode mir damals half zu überleben.


Okay, zurück zu den Fakten: Was uns im Lido erwartet? Biergarten, Lounge, Shop, Bar, Selfservice und Festsaal für den Tag, an dem wir uns endlich wieder in den Armen liegen dürfen und nicht den geringsten Zweifel haben: Life is beautiful. Leider vergessen das manche Menschen ja immer wieder gern und auch, wie fragil diese Zeiten noch sind. Erst neulich belauschte ich vor einem Café in Starnberg das Gespräch von zwei Frauen, die sich über den Service beschwerten. Sie verdrehten die Augen und schüttelten empört den Kopf. Hätte ihnen gern gesagt: Nur für den Fall, dass nach diesen traurigen Zeiten noch nicht alles perfekt ist – immer daran denken: Sind wir das nicht alle?


Sending love and light and inner sunshine.



 

Unsere Autorin Katja Schneider lebt am Starnberger See und schreibt auf ihrem Blog www.katjas-notizen.de über Plätze, die zum Ausflippen schön sind, und das Leben, das sie selbst nicht so ganz versteht. Für uns macht sie sich Gedanken, wie unsere Tage und Nächte (noch!) süßer werden. Also theoretisch jedenfalls.


.... uuuund? Hast Du Lust auf mehr - Tipps - Anregungen? Schreib gerne einen Blog Kommentar. Hier entlang - Wir freuen uns!





 

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